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Dr. Christian Fazekas
Medizinische Universität Graz, Universitätsklinik für Medizinische Psychologie
und Psychotherapie, Österreich
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Druck: Holzhausen Druck und Medien GmbH, 1140 Wien, Österreich
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SPIN: 12028054
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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen
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http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN 978-3-211-72055-4 SpringerWienNewYork
Inhaltsverzeichnis
Mit Psychosomatischer Intelligenz ...
... durch den Tag
1 1. Behandeln Sie sich gut?
4 2. Im Getriebe des Alltags
8 3. Signale des Körpers
11 4. Bodenkontakt
16 5. Spüren und Denken
21 6. Morgenrituale
24 7. Keine freie Minute
29 8. Vergnügliche Vorlieben
31 9. Schöne neue Welt
35 10. Intelligente Lösungen
Mit Psychosomatischer Intelligenz ...
... durch schwierige Zeiten
39 11. In der Krise
44 12. Wenn es schmerzt
47 13. Alarmierter Organismus
52 14. Wie wir uns langsam erschöpfen können
56 15. Krank ohne Befund NIS
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61 16. Echte Anliegen C
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Mit Psychosomatischer Intelligenz ...
... miteinander leben
67 17. Ökosystem Beziehung
73 18. Im Reich der Sinne
75 19. Ewige Probleme
79 20. Geheimnisvolles Du
Mit Psychosomatischer Intelligenz ...
... Kompliziertes vereinfachen
85 21. Entscheidungen
90 22. Wenn wir uns Gesundheit wünschen
94 23. Sich einlassen – sich loslassen
97 24. Mir und uns zuliebe
101 Danksagung
103 Weiterführende Literatur
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Mit Psychosomatischer Intelligenz ...
... durch den Tag
„Wir alle wissen mehr als das,
wovon wir wissen, dass wir es wissen.“
Thornton Wilder
1. BEHANDELN SIE SICH GUT?
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s gibt wohl niemanden, der diese Frage besser beantwor-
ten könnte als Sie selbst. Doch stellen Sie sich diese Frage je-
mals? Oder zumindest gelegentlich? Und wenn ja, wie fällt dann
Ihre Antwort aus? Gibt es vielleicht einzelne Bereiche, in denen
Sie sehr gut mit sich umgehen, und andere, bei denen das we-
niger der Fall ist?
Die meisten von uns wissen wahrscheinlich recht genau, wie
sie gerne von anderen behandelt werden möchten: etwa mit
Respekt und Wertschätzung, verständnisvoll und großzügig.
In der Partnerschaft suchen wir Liebe, Intimität, Geborgenheit.
Vielleicht möchten wir, dass Menschen, die uns wichtig sind, ein-
fach auch nur unsere guten Absichten erkennen und uns ernst
nehmen. Manchmal wünschen wir uns im Umgang miteinander
Humor und Gelassenheit, manchmal verlangt es uns nach Nähe, ?
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dann wieder nach Freiraum. Ich nehme an, Ihnen fallen spontan G
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noch weitere und vielleicht ganz andere Qualitäten ein, die Sie SIC
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in der Begegnung mit anderen für wichtig erachten. SI
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Doch nun wieder zurück zur eingangs gestellten Frage: Wie L
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gehen wir mit uns selbst um? Leider bleiben wir uns die Antwort N
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darauf oft zur Gänze schuldig. Eine solche Antwort müsste wohl BE
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von Überlegungen geleitet sein, denen wir dann auch gerne
und selbstverständlich folgen wollen. Wer aber, wenn nicht Sie
selbst, kann diese Antwort geben?
Und übrigens, wer, wenn nicht wiederum Sie selbst, soll da-
rauf achten, dass Sie Ihre ureigensten Anliegen erkennen und
ernst nehmen, und ebenso darauf, welche Fähigkeiten Sie eigent-
lich besitzen? Und schließlich, wer, wenn nicht Sie selbst, leitet Sie
dazu an, dass Sie Ihr Leben im Rahmen Ihrer konkreten Möglichkei-
ten so zu nützen versuchen, wie es Ihnen am besten entspricht?
Um aber an dieser Stelle kein Missverständnis aufkommen
zu lassen: Dieses Buch soll keine Auff orderung zu bedingungs-
losem Egoismus sein. Genau das Gegenteil ist der Fall, wie in den
Kapiteln zum Thema Miteinander leben ausführlich beschrieben
wird. Dieses Buch möchte Sie nämlich vielmehr dazu anregen,
mit sich selbst und mit anderen gut umzugehen.
Im Trubel des Alltags treten wichtige eigene Bedürfnisse
schnell in den Hintergrund oder sie kommen erst gar nicht zum
Vorschein. Außerdem ist es keineswegs einfach, echte eigene
Bedürfnisse von solchen zu unterscheiden, die uns vielleicht nur
suggeriert werden. Es bedarf eines feinen Gespürs und eines kri-
tischen Denkvermögens, um bedeutsame eigene Bedürfnisse
zu erfassen und in der Folge Wege zu fi nden, sie zu erfüllen. Mit
unserem Spüren und Denken verfügen wir über zwei besondere
menschliche Fähigkeiten, die jeweils einen eigenständigen Be-
reich unseres Erlebens ausmachen und einen eigenständigen
Zugang zur Welt repräsentieren. Spüren und Denken können
wir wie zwei Instrumente einsetzen, die, wenn sie zusammen-
wirken, auch die Grundlage für die ursprünglich von mir als Psy-
chosomatische Intelligenz bezeichnete Fähigkeit bilden. Mit Hilfe
dieses besonderen Teilbereichs der menschlichen Intelligenz
G können wir Spüren und Denken als zwei einander ergänzende
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N Informationsquellen nützen und im eigenen Interesse sinnvoll
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D
H miteinander in Verbindung bringen.
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UR Ich möchte an dieser Stelle gerne anmerken, dass der Begriff
D
... Psychosomatische Intelligenz an jene bahnbrechende Entwick-
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lung anknüpft, die unter dem Begriff Emotionale Intelligenz welt-
weit bekannt wurde1. Diese Entwicklung wird nunmehr auch in
eine neue Richtung weitergeführt. Im Mittelpunkt des Begriff s
Emotionale Intelligenz steht unser Umgang mit starken Emotionen
wie Glück, Wut, Angst oder Erleichterung. Im Alltag sind es aller-
dings nicht vorrangig diese großen Emotionen, die uns leiten.
Auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers und eine Vielzahl
von weniger eindeutigen Gefühlen bestimmen, wie wir uns
selbst und unsere Umwelt erleben. Wie wir mit diesen vielfäl-
tigen Informationen aus der eigenen Welt des Spürens umge-
hen und welche Schlüsse wir jeweils daraus ziehen, damit nun
befasst sich Psychosomatische Intelligenz.
(cid:75)(cid:3)Kurz gesagt ist Psychosomatische Intelligenz unser Vermögen, auf
eigene körperliche Signale geistig so zu reagieren, dass wir deren aktuelle
Bedeutung erfassen und für unser konkretes Handeln nützen können.
Das bedeutet, dass körperliche Signale beziehungsweise
unser gesamtes Gefühlsleben und unser Verstand eigentlich zu-
sammen gehören. Denn erst gemeinsam können sie ihre volle
Funktion für den Organismus entfalten und uns helfen, gut mit
uns selbst zurechtzukommen. Leider ist es aber häufi g der Fall,
dass Menschen entweder nur ihrem Gefühl oder nur ihrem Ver-
stand vertrauen. Dadurch verzichten sie auf einen bedeutsamen
Teil ihrer Fähigkeiten und auf eine wichtige Informationsquelle.
Das ist bedauerlich! Ähnlich bedauerlich ist es, dass sich viele
Menschen ihren körperlichen Empfi ndungen oft völlig aus-
geliefert fühlen. Es ist ihnen leider nicht bewusst, dass sie sich
auch im Umgang mit ihrem körperlichen Erleben geistig zu Hilfe
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kommen könnten. UT
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1 Eng verbunden mit der Erforschung Emotionaler Intelligenz sind die Namen SI
Peter Salo vey und Jack Mayer. Daniel Goleman wiederum hat 1995 mit seinem N
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Bestseller Emotionale Intelligenz eine breite Diskussion zu diesem Thema D
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ausgelöst und dadurch wesentlich zu einem neuen, erweiterten Verständnis HA
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menschlicher Intelligenz beigetragen. B
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Gelingt es uns aber, Spüren und Denken, Gefühl und Verstand
gemeinsam zu nützen, dann können wir wesentlich gezielter zu
unserem eigenen Wohlbefi nden beitragen. Wir können verschie-
denste körperliche Zustände besser regulieren und außerdem
mehr über uns selbst und unsere Umwelt in Erfahrung bringen.
Auch die vielen kleineren und größeren Entscheidungen, die wir
tagtäglich zu treff en haben, werden uns und unserer aktuellen
Situation eher angemessen sein, wenn wir Spüren und Denken
zu verbinden wissen. Statt eines Entweder – oder von Spüren
und Denken, von Gefühl und Verstand, geht es demnach um ein
Sowohl – als auch, zumindest dann, wenn sowohl unser Spüren
als auch unser Denken eine wichtige Botschaft für uns bereithal-
ten. Das ist nicht immer, aber doch häufi g der Fall. Dann sollten
wir eben auf unsere Psychosomatische Intelligenz zurückgreifen
können, die uns Spüren und Denken gemeinsam und persön-
lich sinnvoll nützen lässt. Was damit konkret gemeint ist und wie
das geht? Genau davon handelt dieses Buch. Viel Vergnügen!
2. IM GETRIEBE DES ALLTAGS2
A
ndreas ist ein äußerst erfolgreicher Manager. Er ist es ge-
wohnt, sich für den Erfolg seiner gesamten Abteilung mit großem
persönlichem Engagement einzusetzen. Am Ende jeder Arbeits-
woche erledigt er noch alles, was im Lauf der Woche nicht unter-
zubringen war und noch dringend abzuschließen ist. Dann arbei-
tet er freitags bis spät in den Abend und manchmal auch in die
Nacht hinein. Erst danach geht er ins Wochenende. Für seine Mit-
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N 2 Wenn ich von Gesprächen und Begegnungen mit bestimmten Menschen
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D aus meinem berufl ichen und privaten Umfeld erzähle, dann tue ich das mit
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C der Erlaubnis der jeweiligen Person, aber auch unter Abänderung der Namen
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DU und weiterer persönlicher Details. Ich möchte mich für diese Erlaubnis bei
... jenen, von denen in diesem Buch zu lesen ist, sehr herzlich bedanken!
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arbeiterinnen und Mitarbeiter hat er immer ein off enes Ohr und
er ist immer bemüht, sie mit Aufträgen nicht zu überfordern. Wie
er mir stolz erzählt, ist ihm ein gutes Arbeitsklima äußerst wich-
tig. Doch in den letzten Monaten sind seine Wochenenden fast
nur mehr dazu da, sich von der zurückliegenden Woche zu erho-
len. Während der Arbeitszeit ist er zunehmend unkonzentriert.
Außerdem ist es für ihn zermürbend, dass ihm die Eigentümer
des Unternehmens umso mehr aufzubürden scheinen, je erfolg-
reicher und effi zienter er und sein Team arbeiten. Schließlich ist
es seine Freundin, die ihn dazu ermutigt, meine professionelle
Beratung in Anspruch zu nehmen, da sie sich schon seit einiger
Zeit große Sorgen um ihn macht. Nicht nur, dass sie von ihren
gemeinsamen Wochenenden wenig haben, seit mehreren Wo-
chen ist Andreas selbst beim Autofahren gefährlich unkonzen-
triert. Doch erst als er sich bei einer sport lichen Aktivität verletzt
und deswegen in Krankenstand geh en muss, nützt er diese Aus-
zeit, um zu mir zu kommen. In unserer ersten Begegnung
schildert mir Andreas, wie beunruhigt er eigentlich selbst schon
seit längerem sei: „Wenn ich jetzt nichts unternehme und Bera-
tung oder Therapie oder was auch immer in Anspruch neh me,
weiß ich, dass ich das nicht mehr lange schaff en werde. Ich bin
schon jetzt im Job weniger effi zient als früher.“
„Wie lange, glauben Sie, könnten Sie noch durchhalten, wenn
Sie so weitermachen wie bisher?“
Ein wenig irritiert von meiner Frage meint er nachdenklich:
„Ungefähr zwei, drei Monate, schätze ich.“
„Und dann?“
„Dann würde meine Arbeitsleistung weiter absacken. Viel- S
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leicht würde ich nachts bald noch schlechter schlafen und mich T
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gar nicht mehr regenerieren können. Dann müsste ich mich wahr- A
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scheinlich sowieso gleich für längere Zeit krank schreiben las- D
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sen.“ Und nach einer kurzen Pause setzt er fort: „Alleine schaff e EB
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ich es off enbar nicht, wirklich etwas zu verändern.“ ET
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